Durchsuchen: "Geburtstagskinder"

30 Jahre Amiga

18 Okt 2015   //   Autor: Thomas Daden   //   Aktuelles, blog, Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

30 Jahre Amiga

In diesem Jahr wurde der Amiga – Computer 30 Jahre alt, welches mit den verschiedensten Veranstaltungen weltweit gewürdigt wurde.

Für das Geburtstagskind Amiga wurde unter dem Titel AMIGA 30 GERMANY am 10.10.2015 im Rheinischen Landestheater Neuss eine besondere „Party“ geschmissen. Die Organisatoren der Veranstaltung haben neben einer guten Lokation viele interessante Aussteller und Gäste zusammen bringen können.

20151010-amiga30-neuss-411-web

Bild Amiga 30 Germany: Amiga 1000 mit vielen Unterschriften

Leider kann man nicht immer und überall dabei sein, aber hier haben es sich Falk und Mugg nicht nehmen lassen und sind zur 30-jährigen Jubiläumsfeier nach Neuss gefahren. Als Veranstaltungsort haben die Organisatoren das Rheinische Landestheater Neuss ausgewählt. Zugang gab es nur mit Tickets. Kurz vor der Veranstaltung wurde bekannt gegeben, dass es keine Eintrittskarten im Vorverkauf mehr gab. Mit dem Erwerb der Vorverkaufsticket haben sich die Organisatoren schon etwas Tolles einfallen lassen. Es gab Lizenzen von Amiga & C64 Forever 2015 dazu.

20151010-amiga30-neuss-005-web

Bild Amiga 30 Germany: Stand Factor 5

20151010-amiga30-neuss-030-web

Bild Amiga 30 Germany: links Falk Heinzelmann, rechts Boris Kretzinger

Schon beim Betreten des Gebäudes kam ein bekanntes Gesicht aus der deutschen Retro-Computings-Szene entgegen. Boris Kretzinger hat es sich nicht nehmen lassen, mit einer schönen Commodore-Krawattennadel zu erscheinen ;-).

Für die Aufwertung von manchen Ausstellungsstücken aus der Commodore-Amiga-Zeit hat sich Falk vorgenommen ein paar Unterschriften einzusammeln und natürlich etwas Werbung für das DRP Museums-Projekt zu machen.

20151010-amiga30-neuss-023-drp-web

Bild Amiga 30 Germany: Chris Hülsbeck beim Signieren eines Amiga 500 Oberschale

Chris Hülsbeck, der wohl bekannteste ‚Heimcomputer Musiker‘, war der Erste, der eine Amiga 500 Oberschale mit seiner Unterschrift verzierte. Danke.

20151010-amiga30-neuss-232-web

Bild Amiga 30 Germany: Interessierte Zuhörer

Über den ganzen Tag gab es verschiedene Vorträge zu den verschiedensten Amiga-Themen und Musikdarbietungen. Hierfür haben die Organisatoren ein paar Stuhlreihen hingestellt, wo die interessierten Zuhörer sich hinsetzen konnten.

20151010-amiga30-neuss-082-web

Bild Amiga 30 Germany: Aussteller an den Seiten

Drumherum gab es verschiedene Tischreihen welche durch viele interessante Aussteller besetzt waren. Es wurde sehr viel aus der alten und neuen Amiga (Commodore) Welt gezeigt.

20151010-amiga30-neuss-354-web

Bild Amiga 30 Germany: Div. Auszeichnungen die Commodore (Petro Tyschtschenko) erhalten hat.

Petro Tyschtschenko war ebenfalls vor Ort und hat einiges zum Bestaunen mitgebracht. Neben den verschiedenen Preisen stand der Amiga Walker betriebsbereit auf einem der Tischen.

20151010-amiga30-neuss-675-web

Bild Amiga 30 Jahre: Petro Tyschtschenko schwer am Signieren 😉

Keine Frage, dass Petro Tyschtschenko selbst umlagert wurde und ständig Autogramme gab.

20151010-amiga30-neuss-122-drp-web

Bild Amiga 30 Jahre: links Falk Heinzelmann, rechts RJ Mical

Der sympathische Robert J. Mical hat sich viel Zeit genommen um die verschieden ‚Computer-Deckel‘ von Falk zu signieren. RJ Mical hat viele interessante Dinge gemacht, darunter mehr als 15 Computerspiele (z.B. Defender of the Crown) entwickelt und war an der Entstehung des Amiga (Soft- und Hardware) beteiligt.

20151010-amiga30-neuss-214-web

Bild Amiga 30 Germany: RJ Mical beim Unterschreiben von weiteren Computer-Oberteilen

Natürlich ist es aufgefallen, dass RJ Mical mit guter Laune beim Signieren war und es hat nicht lange gedauert, dass Andere ebenfalls ein Autogramm wollten.

20151010-amiga30-neuss-226-web

Bild Amiga 30 Jahre: RJ Mical beim Signieren einer Amiga-Floppy 🙂

20151010-amiga30-neuss-725-drp-web

Bild Amiga 30 Jahre: links Falk Heinzelmann, rechts RJ Mical

Vielen Dank RJ Mical für die Zeit und die viele gute Laune.

20151010-amiga30-neuss-272-web

Bild Amiga 30 Jahre: viele Menschen

Die Veranstaltung war gut geplant. Gefühlte 300-400 Menschen waren scheinbar dabei. Es war voll, aber nicht überfüllt. Es gab viele strahlende Gesichter und man hatte das Gefühl, dass die ganzen Besucher auf ihre Kosten kamen.

20151010-amiga30-neuss-228-web

Bild Amiga 30 Germany: Ron Nicholson

20151010-amiga30-neuss-540-web

Bild Amiga 30 Germany: Dino Dini

20151010-amiga30-neuss-421-web

Bild Amiga 30 Germany: Dave Haynie & RJ Mical

20151010-amiga30-neuss-458-web

Bild Amiga 30 Germany: Chris Hülsbeck & Patrick Nevian

20151010-amiga30-neuss-662-web

Bild Amiga 30 Germany: Sven Vössing (Cinemaware)

Bei der Präsentation von Sven Vössing erzählte er über die Geschichte und die aktuellen Projekten von Cinemaware.

20151010-amiga30-neuss-662-web

Bild Amiga 30 Germany: WINGS! auf OS4.1/MORPHOS/AROS x86

Der Amiga wurde 30 Jahre und Cinemaware WINGS! wird es als Remasterd Version auf den aktuellen OS-Versionen im Jahr 2016 erscheinen. Mit solchen Eröffnungen zeigt sich, dass es immer noch Möglichkeiten für Neues auf den alten schönen Computern gibt.

20151010-amiga30-neuss-257-drp-web

Bild Amiga 30 Germany: Falk im Gespräch mit Dave Haynie (rechts)

20151010-amiga30-neuss-286-drp-web

Bild Amiga 30 Germany: Ron Nicholson beim Signieren

20151010-amiga30-neuss-772-drp-web

Bild Amiga 30 Germany: Dave Pleasance beim Signieren

Falk konnte einige Autogramme von Urgesteinen der Amiga-Zeit einsammeln. Es war ein wirklich schöner Tag der es Vielen ermöglichte, Amiga-Geschichte live zu erleben. Ebenfalls schön zu sehen ist, dass es immer noch Menschen gibt, die an die Idee des Amigas glauben und weiterhin Neues zu den alten und ’neuen‘ Amiga-Computern entwickeln.

 

Videos zur Veranstaltung

Bilder zur Veranstaltung

http://forum.homecon.org/gallery/index.php/ImageList/84-Amiga-30-Jahresfeier-Neuss/

Hintergrundinfos

http://www.amiga30.de
https://www.facebook.com/Amiga-30-Jahre-Event-Germany-883296128396087/timeline
https://www.facebook.com/events/1382180748778672/

 

 

Jubiläum: 30 Jahre Apple Macintosh

24 Jan 2014   //   Autor: Stefan Pitsch   //   Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

Macintosh_128k_transparency
(Bildnachweis: Wikipedia, GFDL)

Heute, vor genau 30 Jahren, stellte Apple den ersten Macintosh vor und krempelte mit dem kleinen Würfel die Computerwelt gehörig um.

Nach dem großen Erfolg des Apple II, welcher 1977 von Steve Wozniak entwickelt wurde und dessen Nachfolgermodelle (II+, IIe, IIc, IIgs)  suchte Apple nach einem würdigen Nachfolger, der den seit 1981 angebotenen PC-Rechnern von IBM entgegentreten sollte. Die beiden ohne Wozniak entwickelten neuen Systeme „Apple III“ und „Lisa“ waren aufgrund von Inkompatibilität zum Apple II ein teurer Flop – obwohl „Lisa“ als erster Personal Computer eine graphische Oberfläche mit Maussteuerung bot. Beide Systeme waren zudem deutlich zu teuer bepreist und erfüllten die Erwartungen in keinster Weise.

Zeitgleich zum zunächst von Steve Jobs geleiteten Lisa-Projekt arbeitete ein zweites Team unter der Leitung von Jef Raskin an einem kleinen, kostengünstigen Rechner für Privatpersonen. Der Lieblingsapfel von Raskin war der „McIntosh“, und so bekam das Projekt den Codenamen „Macintosh“. Als Steve Jobs wegen interner Querelen aus dem Lisa-Projekt abberufen wurde, stürzte er sich auf den Macintosh und übernahm das Projekt derart komplett, dass Jef Raskin noch vor der Premiere des Macintosh das Unternehmen verließ. Perfektionist Jobs trieb das Macteam zu ungeahnten Höchstleistungen in allen Bereichen: Design, Hardware und Benutzeroberfläche.So sorgte z.B. Jobs persönlich dafür, dass die Tastatur keine Pfeiltasten hatte, um die Nutzer an das neue Eingabegerät „Maus“ zu gewöhnen bzw. zu zwingen (letztendlich führte dies aber eher zu steigenden Verkaufszahlen „kompletter“ Zweit-Tastaturen). Aus dem ursprünglich für 500 USD angepeilten Vekaufspreis für einen einfachen, billigen 8-Bit Rechner mit einer Motorola 6809E CPU und 64KB RAM wurden letztendlich 2.500 USD (Deutschland: 10.000 DM)) – allerdings für einen Rechner mit einer Motorola 68000 16/32-Bit CPU und deutlich gehobenen Merkmalen!

Die erste Version des Macintosh, später als Macintosh 128K bezeichnet, kam mit für die grafische Darstellung und Anwendungsnutzung reichlich unterdimensionierten 128K RAM Speicher, welche schnell in den nachfolgenden Generationen auf 512KB (Macintosh 512K) und dann auf ein Megabyte (Macintosh Plus) aufgestockt wurden, wobei letzterer auf bis zu 4 Megabyte RAM aufgerüstet werden konnte. Das Diskettenlaufwerk bot zunächst nur 400KB Speicherplatz für einseitige 3.5″ Disketten an, was mit dem Mac Plus auf 800KB für nun doppelseitige Disketten erhöht wurde. Mit dem Mac Plus brachte Apple mit der SCSI-Schnittstelle zum ersten Mal einen „fremden“ Industriestandard an die Geräte – vorher handelte es sich fast ausschließlich um proprietäre Anschlüsse von Apple (ADB, Apple-Talk, etc). Später sollte die Macintosh-Linie führend bei der Einführung neuer Anschlußtechnologien und gleichzeitig in der Aussonderung alter Technologien werden – so wurde z.B. USB bereits frühzeitig im iMac G3 eingesetzt und dafür das 3.5″ Diskettenlaufwerk komplett gestrichen und durch optische Laufwerke ersetzt. Die ersten drei Macintosh Modelle waren in keinster Weise auf zusätzliche interne Speichermedien vorbereitet und durften auch nur von autorisierten Werkstätten geöffnet werden. Erst die vierte Modellvariante, der Macintosh SE, bot entweder zwei Diskettenlaufwerke oder ein Diskettenlaufwerk plus eine interne Festplatte zur Auswahl (später dann auch ein 1.4MB 3.5″-Diskettenlaufwerk).

Beim Verkaufsstart lagen dem Ur-Macintosh mit MacWrite und MacPaint zwei Anwendungsprogramme bei, welche die grafische Oberfläche des neuen Betriebssystems eindeutig unter Beweis stellten. Der Finder, also die grafische Oberfläche, passte seinerzeit auf eine 400KB Diskette, zusammen mit MacPaint und MacWrite und bot so alles, was man brauchte, um kreativ Arbeiten zu können. Ferner gab es einen Deal mit dem späteren Erzrivalen Microsoft, der dafür sorgte, dass MS Word und Excel zuerst exklusiv auf dem Mac erschienen. Als der Mac auf den Markt kam, wurde er sofort von den Kreativen angenommen, obwohl er keine Farben darstellen konnte. Aber der hochauflösende schwarz/weiß-Bildschirm und Programme wie Aldus Pagemaker, Freehand und ein kleines Programm namens Photoshop sorgten dafür, dass jedermann in der Lage war, Druckerzeugnisse bequem zu Hause zu erstellen und mit dem passenden Drucker auch gleich zu Papier bringen: Das Desktop Publishing war geboren und Apple lieferte 1985 mit dem LaserWriter den ersten auch für Privatpersonen erschwinglichen Laserdrucker dazu.

Die Erben des Ur-Macs sind heute genauso ansprechend wie damals, wenn auch natürlich ein vielfaches leistungsfähiger. Der Name „Macintosh“ blieb und wurde über die Jahre immer wieder neu erfunden – vom MacBook bis zum iMac/eMac. Dabei wollte Jobs den Macintosh eigentlich in „Bicycle“ umbenennen. Man stelle sich das vor: iBicycle – das hat einfach nicht den richtigen Klang…

Das DRP Team arbeitet gerade an einer kleinen Macausstellung, die in den Räumen des FAO in Seligenstadt stattfinden wird. Näheres in Kürze.

Multimedia:

  • Steve Jobs stellt 1984 den Macintosh vor: Video
  • Der legendäre SuperBowl-Werbespot: „Why 1984 won’t be like 1984“ – bei dem gleichen SuperBowl wurden übrigens auch Werbespots für Atari (mit Alan Alda) und Radioshack (mit Bill Bixby) gesendet – nur erinnert sich heute niemand mehr daran…
  • Apple erinnert sich an 30 Jahre Macintosh: Video

 

Falk / .stefan

Geburtstagskind: SEGA Dreamcast

28 Nov 2013   //   Autor: Stefan Pitsch   //   Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

1280px-Dreamcast-Console-Set
(Bildnachweis: Evan Amos, CC BY-SA 3.0)

Die SEGA Dreamcast ist jetzt mitten in den besten Teenagerjahren angekommen! Vor 15 Jahren, am 27ten November 1998 wurde die damals neueste Konsole der Firma SEGA in Japan der Weltöffentlichkeit vorgestellt (Japan/Asien = Orangefarbener Kringel, Nordamerika = Roter Kringel, Europa/PAL = Blauer Kringel, weil der deutsche Verlag Tivola bereits einen orangefarbenen Kringel hatte). Als erste Konsole der sog. sechsten Generation und als Hoffnungsträger nach dem enttäuschenden Marktergebnis der SEGA Saturn legte sich viel Interesse auf die neue Konsole.

Und die technischen Daten überzeugten auch:
Der Prozessor (Hitachi SH7750) ist eine mit 200MHz getaktete 32/64/128bit CPU – ein 32-Bit RISC Prozessor mit einem 64-Bit Datenbus und einer 128-Bit FPU. Die Vorgängerversionen dieser CPU arbeiteten bereits in dem SEGA 32x und der SEGA Saturn. Für die Graphik war ein 100 MHz PowerVR2 CLX2 Prozessor (128-Bit) mit 8MB RAM verantwortlich, welcher der Konsole bisher ungekannte full-frame VGA (640×480) Auflösung verschaffte (zunächst war ein 3Dfx-Prozessor angedacht, dies wurde aber verworfen).

Die Konsole bracht selber kein eigenes Betriebssystem mit – das wurde gemeinsam mit dem Spiel geladen und gestartet. Verwendet wurden hauptsächlich eine angepasste Version von Windows CE und das von SEGA entwickelte Katana-OS. Das CD-Laufwerk wurde für einen komplett neues Speichermedium (GD-ROM) entwickelt, konnte aber auch normale CD-ROM abspielen – aber keine DVD, was sich bald rächen sollte.

Die Dreamcast war auch die erste Konsole mit eingebautem Modem und somit Internet-Unterstützung (die Server für das Online-Spiel „Phantasy Star Online“ wurden erst 2007 abgeschaltet). Das System bot zudem Unterstützung für Tastatur und Mauseingaben. Zusammen mit der Windows-CE OS und der Verwendung von DirectX-Graphic machte es dies relativ einfach, Spiele vom PC zu konvertieren.

Der Kontroller wurde aus dem SEGA Saturn „Dreams„-Kontroller weiterentwickelt und bot als Neuerung einen magnetfeld-gesteuerten Analog-Stick nebst ebensolchen Buttons. Dadurch wurde es möglich, zu erkennen, wie stark ein Button, bzw. eine Stick-Richtung gedrückt wurde. Dies wurde allerdings nur selnten verwendet. Unter „verunglückt“ muß man den  Maraca-Kontroller für die Arcade-Umsetzung von „Samba de Amiga“ abheften, welcher auch auch nur von genau diesem einen Spiel unterstützt wurde – obwohl die Maracas wohl auch für „Mr. Driller“ verwendbar waren, aber die Verwendung sah eh sehr gewöhnungsbedürftig aus.

Eine weitere Neuerung war das Visual Memory System (VMS). Wo andere Konsolen nur einen Rumble-Pack oder eine Memory Unit boten, hatte die Dreamcast in der VMS einen ganzen Rechner (8-Bit CPU, 128 KByte RAM) mit Display (48×32 Pixel), Soundausgabe und Eingabetasten untergebracht. Manche Spiele boten Minispiele an, welche mit der batterieversorgten VMS unabhängig von der Konsole gespielt werden konnten. Daneben bot die VMS auch Möglichkeiten eines PDA, also Telefonverzeichnis und Kalender.

In Japan kamen noch einige Sonderversionen der Konsole auf den Markt, von denen besonders die Divers 2000 CX-1 Dreamcast hervorsticht. Es handelte sich dabei um eine sehr spacig aussehende Konsole mit eingebautem Monitor und viel passendem Zubehör (Tastatur, Maus, Fernbedienung etc).

Fuji_Divers_2000_series_CX-1_Dreamcast_08
Die Divers 2000 CX-1 Dreamcast (Bildnachweis: Chris Ainsworth, CC BY-SA 2.0)

Leider hat die Dreamcast trotz initialer Verkaufsrekorde (bei bereits 600.000 Vorbestellungen) und immerhin fast 11 Millionen abgesetzer Exemplare nie den ganz großen Erfolg erlebt. Zum einen war es geradezu lächerlich einfach „dezentrale Sicherheitskopien“ von Spielen zu verwenden – ganz ohne Modchip. Zum anderen hatte die Konkurrenz nicht geschlafen. Die PlayStation 2 des Konkurrenten SONY kam zwar erst ein ganzes Jahr später auf den Markt, erzeugte aber einen einen geradezu unheimlichen Sog und erzielte teilweise die 10-fachen Absatzzahlen, was dazu führte, dass die PlayStation 2 heute die meistverkaufte Heimkonsole aller Zeiten ist.

Die zusätzliche Konkurrenz durch die Microsoft XBOX verschärfte diese Situation noch weiter. Auch waren die beiden Konkurrenten in der Lage, DVD abzuspielen, was dem Laufwerk der Dreamcast verwehrt war. Es war im Vorfeld noch versucht worden, die XBOX kompatibel mit Dreamcast-Spielen zu machen, aber dieses Vorhaben wurde nicht mehr umgesetzt. Technisch wäre es wohl vertretbar gewesen, zumindest für die Spiele, welche auf der Dreamcast unter der Windows CE liefen. Letztendlich, nach zwei Jahren der Konkurrenz und nachdem der Wert der SEGA-Aktie um 76% gefallen war und auch das Weihnachtsgeschäft 2000 keine Entspannung gebracht hatte, entschied sich SEGA, das man gegen diese Gegner nur verlieren konnte und stellte die Produktion der Dreamcast im Jahre 2001 ein.

Der Produktionsstopp der Dreamcast bedeutete – als nunmehr zweiten kommerziellen Mißerfolg in Folge – auch gleichzeitig das Ende der Konsolensparte von SEGA: Seit dieser Zeit wurde keine neue Konsolenhardware produziert – man konzentriert sich seither auf Spieleentwicklungen.

Aber bis heute wird die Dreamcast von den Fans geliebt und es werden auch gelegentlich neue Spiele produziert, so z.B. GunLord, Redux: Dark Matters oder Ghost Blade. Das freie Betriebssystem KallistiOS macht die Homebrew-Entwicklung und den Vetrieb der fertigen Spieleimages auch rechtlich unbedenklich (daneben gibt es mit NetBSD und QNX noch zwei Linux OS und das russische DreamShell-OS). Für die Dreamcast sind zudem Unmengen an Emulatoren anderer System erschienen und ein breites Spektrum an weiteren Anwendungen (MP3-Player, Webbrowser, etc).

 

.stefan

Happy Birthday Commodore CD32

11 Sep 2013   //   Autor: falk   //   Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

Amiga CD 32 Konsole
Bildnachweis: CC BY 3.0 von Bilby

Diesen Monat, vor genau 20 Jahren, wurde mit dem AMIGA CD32 die erste 32-bit CD-ROM-basierte Videospielkonsole in Europa, Australien, Canada und Brazilien veröffentlicht. Commodore wollte in den immer stärker wachsenden Konsolenmarkt einsteigen und packte einen abgespeckten AMIGA 1200 zusammen mit einem CD-ROM-Laufwerk in ein recht eigenwilliges Gehäuse und garnierte dies mit einem ebenfalls gewöhnungsbedürftigen Controller (man konnte allerdings auch fast alle die Standard-9pin-Controller der damaligen Zeit anschließen).

Nach den schlechten Verkaufszahlen des CDTV – Commodores erstem Versuch, einen AMIGA 500 mit CD-ROM-Laufwerk zu verkaufen – ging man die Sache dieses Mal besser an. Neben der Advanced Graphics Architecture (AGA), die auch im Standard-AMIGA 1200 ihren Dienst verrichtete, wurde ein zusätzlicher Customchip, genannt Akiko, verbaut, welcher Portierungen von PC-Spielen erleichtern und dank Chunky-to-Planar-Konvertierung die beim Amiga etwas komplizierte 3D-Grafikprogrammierung vereinfachen sollte.

Nach einer opulenten Vorstellung im Science Museum in London im July 1993 kam das CD32 im September in den Handel. Durch einen schwelenden Patentstreit mit der Firma Cad Track über das XOR Patent (U.S. Patent 4,197,590) durfte Commodore das CD32 nicht in den USA verkaufen. Daher ist das CD32 offiziell nie in den USA erschienen, wurde aber teilweise von Händlern über Kanada und Großbritannien importiert. Allerdings hatte Commodore bereits etliche Geräte für den US Markt produzieren lassen, welche nun weitgehend unverkäuflich waren, was seinen Teil zum Bankrott von Commodore im Folgejahr beitrug.

Trotz großangelegter Werbekampagnen bliebt die erwünschte Flut an PC-Spiele-Portierungen aus – u.a. auch, weil der verwendete Motorola 68EC020 Prozessor mit seinen 14MHz einfach zu schwach war – und auch sonst waren die Spiele meist aufgehübschte Spieletitel vom AMIGA, welche nicht viel Neues brachten. Dennoch wurden allien in Europa immerhin gut 100.000 Einheiten verkauft. Commodore hatte zunehmend mit Zulieferproblemen von Bauteilen zu kämpfen und kam in Lieferschwierigkeiten. Der Liefermangel, der aufkommende PC-Boom und die Konkurrenz des SEGA Mega-CD – und im darauf folgenden Jahr der SONY Playstation – ließen das CD32 im Gedächtnis der Konsumenten schnell verblassen.

Mittels einiger Erweiterungen von Drittherstellern, wie dem DCE SX-32, war es möglich, Peripherie, wie z.B. eine Tastatur, Drucker und Laufwerke an das CD32 anzuschließen und es zu einem vollwertigen AMIGA 1200 aufzurüsten. Interessante Module wie das FMV Modul verwandelten das CD32 in ein VideoCD/CD-i -Player. Auch wenn Commodore das CD32 als die erste 32-Bit Konsole anpries, so galt diese Ehre dem FM Towns Marty, was bereits sieben Monate vorher in Japan und den USA auf dem Markt kam. Immerhin kann Commdore behaupten, bereits mit dem CDTV den Begriff Multimedia geprägt zu haben.

Eine Kuriosität noch am Ende. Die italienische Firma CDExpress baute auf der Basis des CD32 einen Arcadeautomaten, den CUBO CD32.

Das CD32 hatte viel Potential, wurde aber mangels exklusiver Titel, welche die Vorzüge des CD-ROM ausgenutzt hätten, und der Pleite von Commodore zu einer Randerscheinung in der Videospielgeschichte. Aber einer schönen, wie wir finden.

Amiga CD32 Demo – direkt auf dem CD32 abgespielt.
Beeindruckend, wenn man das mit der Konkurrenz aus dieser Zeit vergleicht.

Amiga CD32 Spiele

 

Jubiläum: Bildschirmtext

2 Sep 2013   //   Autor: Stefan Pitsch   //   blog, Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

Der gute, alte Bildschirmtext, genannt „BTX“ (nein, das hat nichts mit dem PC-Formfaktor zu tun…), wurde vor 30 Jahren am 01. September bundesweit in Betrieb genommen. Bereits 1977 wurde BTX auf der IFA in Berlin vorgestellt und als neue Hochtechnologie gefeiert.

Letztendlich war BTX ein ziemliches Fiasko. Während Unternehmen die Möglichkeiten des BTX zur Kommunikation nutzen wollten, hat sich die Zielgruppe der Nutzer beinahe komplett verweigert. Statt der für 1986 anvisierten Million von Kunden, fanden sich gerade mal 60.000 Willige. Die Million wurde erst satte zehn Jahre später erreicht, als BTX von T-Online zusammen mit Internetzugang und Email gekoppelt wurde – ob das allerdings dann auch wirklich zur Nutzung des Systems geführt hat, darf bezweifelt werden.

Der Hauptgrund für das Scheitern lag – wie so oft (s.a. ISDN, dann DSL) – bei der monopolistischen Bundespost. Durch eine Hochpreisstrategie (teure Dekoder im Fernseher, hohe Monatsgebühren, hohe Telefongebühren pro Seitenaufruf), wurden potentielle Kunden gleich erstmal maximal abgeschreckt. In Frankreich hingegen wurde das vergleichbare Minitel durch kostenlose Dekoder und günstigere Preise ein Erfolg.

Bereits 1984 gab es den spektakulären „Einbruch“ des CCC bei der Hamburger Sparkasse, was BTX als extrem unsicher erscheinen ließ. Nach und nach sprangen immer mehr kommerzielle Kunden ab. Ende der 80er hatten Pornoanbieter das System fast komplett übernommen und dem ganzen ein feines Schmuddelimage verpasst. 1999 wurde BTX in „Datex-J“ umbenannt, um das Image zu ändern, aber durch das aufkommende Internet hat es seine Existenzberechtigung weitgehend eingebüsst und wurde am 31 Dezember 2001 schlußendlich eingestellt. Was noch blieb, war eine abgespeckte Variante zum Online-Banking, welche noch bis zum 10.Mai 2007 betrieben wurde.

Noch ein Link auf einen schönen Beitrag auf „SPIEGEL einestages“: LINK

Und ein schönes Werbevideo von 1986 auf YouTube: LINK

.stefan

30 Jahre C64: Radiointerview mit dem Hessischen Rundfunk

28 Jun 2012   //   Autor: Verein Digital Retro Park   //   Aktuelles, Geburtstagskinder  //  Keine Kommentare

Unser Radiointerview in fast voller Länge, neu zusammengeschnitten.
Es ist hier ohne die Fragen, aus dem Zusammenhang gerissen und neu gemixt. Ist diese Art der Collage verständlich? Interessant? Oder eher langweilig? Nicht nachvollziehbar?
C64-30-HR-ungeschnitten

Und hier das, was davon im Radio übrig blieb:
C64-30-HR1